Die ersten Comics zeichnete Martin bereits im Alter von 5 Jahren in seine
Vorschul-Schreibhefte.
Die Geschichten waren an die Serie
Mondbasis Alpha1 angelehnt,
die derzeit im Fernsehen lief.
Der hohe Gehalt an Zerstörung und Brutalität in diesen Heften hätte schon damals den
einen oder anderen Pädagogen aufmerksam werden lassen sollen.
Dazu kam es allerdings nicht und so zeichnete Martin seine Kindheit hindurch
weiter.
Seine Geschichten wurden mit dem Erscheinen seines ersten Comic-Helden nun aber deutlich
freundlicher.
Saurus hieß diese Figur, die auf einen kleinen
Gummi-Dinosaurier
mit langem Hals und Schwimmflossen zurückging, mit dem Martin gerne spielte.
Saurus erlebte in insgesamt 30 mit Filzstiften gezeichneten Episoden
und etwa 1.200 Einzelbildern diverse Abenteuer, die Martin im Alter von 7 bis 10 Jahren
schuf.
Waren die ersten Plots noch relativ simpel, z.B.
'Saurus findet einen Schatz',
steigerten sich die späteren bis zu
'Saurus bei der Bundeswehr'.
Die Saurus-Abenteuer waren von den damals gängigen Comic-Heften wie
Tim und Struppi und den
Donald Duck-Geschichten
von
Carl Barks inspiriert.
Nach einer kurzen Pause begann Martin seine Saurus-Figur in neuer Gestalt wieder
aufleben zu lassen. Er war von Jürgen Liermann - einem Freund seiner Eltern - an die
Peanuts
herangeführt worden und verschlang darauf sämtliche auf dem deutschen Markt erhältlichen Hefte.
Saurus bekam nun ausdrucksstarke Augen, einen großen Schatz an Mimiken
und eine ganze Reihe Freunde mit unterschiedlichen Charakteren zur Seite gestellt.
Die Strips waren mit ihren 4 Einzelbildern und in der Art ihrer Pointen deutlich
an
Charlie Brown und seine Freunde angelehnt.
Auch ein neues Heft-Format gab es: Diesmal waren es die
Vokabelhefte,
in die eigentlich lateinische Wörter hätten geschrieben werden sollen.
Während dieser Phase, die von 12 bis etwa 15 andauerte, brachte Martin zusammen mit
seiner großen Schwester Ulrike ein Comic-Heft im Eigenverlag heraus.
Es nannte sich
Corn,
und enthielt Saurus-Geschichten von Martin, Frosch-Cartoons von Ulrike und zwei Strips von einem Schulkameraden.
Saurus-Strips wurden außerdem in der Schülerzeitung der
Rheingau Oberschule
veröffentlicht.
Nach einer weiteren Schaffenspause brachte der drängende Trieb eines heranreifenden Mannes
Martin mit 17 Jahren erneut an den Zeichentisch zurück.
In Ermangelung von Internet-Pornoseiten, die es damals einfach noch nicht gab, fertigte
er sich selbst eine beachtliche Zahl stark sexuell geprägter Zeichnungen an, die
ziemlich abwegige Praktiken und Vorstellungen zum Inhalt hatten.
Naturgemäß entstanden die meisten dieser 'Werke' an besonders schwülen Sommertagen.
Leider sind diese Zeichnungen bisher der Öffentlichkeit vorenthalten geblieben. Der Künstler
scheint nicht Willens sie irgendjemandem zu zeigen. Das lässt zumindest auf ein teilweise noch
vorhandenes gesundes Schamgefühl schließen.
Während der Studienzeit wurde Martin durch seinen derzeit besten Freund
zu neuen Comic-Experimenten angeregt. Ulf hatte angefangen skurrile Einbild-Cartoons mit
Figuren irgendwo zwischen Insekten, Außerirdischen und Robotern mit vieldeutigen
Texten anzufertigen.
Aufs Höchste von den neuen Möglichkeiten inspiriert schuf nun auch
Martin
Einbildcartoons,
die sich in diese Richtung orientierten.
Um seine Bilder mit merkwürdigen Geschöpfen zu bevölkern, fing Martin
an, eine eifrig Skizzen zu machen. Er war viel in Museen,
Ausstellungen und Zoologischen Gärten unterwegs immer auf der Suche nach
interessanten Motiven, die er in entfremdeter Form für
seine Comics verwenden konnte. In 5 Jahren entstanden so an die 3.000
Zeichnungen und Entwürfe,
wodurch sich Martins Stil maßgeblich weiterentwickelte.
Seine späteren Figuren besitzen eine stärkere Räumlichkeit und Plastizität.
Die Ambitionen, die Martin und sein Freund derzeit mit ihren Comics hatten waren
hoch. Sie wollten mit Ihren Bildern die Leute zum Nachdenken bringen
und damit die Welt von Kriegen, Egoismus und Umweltverschmutzung befreien.
Ein kurzer Blick in die Tagesnachrichten reicht um zu sehen, ob sie damit Erfolg hatten.
Die Studienzeit war aber auch die Geburtsstunde einer weiteren wichtigen Figur
aus Martins Comic-Universum.
Für den Geburtstag seiner älteren Schwester
Ulrike fertigte er
mit 23 Jahren ein kleines
Heft,
an, das einem Kinderbuch nachempfunden war.
Der Hauptprotagonist dieser Geschichte war die
Kleine Schlange.
In zahlreichen folgenden Comics schockt dieser Antiheld seine Mitgeschöpfe
mit seiner Misanthropie und quält sie mit bösem Zynismus.
Nach dem Studium im Jahr 2000 kam es zu einer ersten kommerziellen Veröffentlichung
von Martins Motiven. Es entstanden mehrere
Illustrationen
zu Wellness-Artikeln, die in der
Kleinen Zeitung, einem Wiener Stadt-Magazin, abgedruckt wurden.
Im Jahr 2002 gründet Martin zusammen mit
Johannes Erdmann die Webseite
ComicZoo,
- zum damaligen Zeitpunkt noch unter dem Namen
Fairlaufen.de.
Bald gesellten sich weitere Künstler hinzu, zwischen denen seither ein
reger Austausch von Ideen und Techniken stattfindet.
Martin zeichnet viele Strips zusammen mit anderen ComicZoo-Zeichnern.
Außerdem entwickelt er seine Figuren wie z.B. die Kleine Schlange beständig in neuen
Strips weiter.
Die alten Ideale der Studienzeit von Weltverbesserung und Selbstlosigkeit sind
derweil vergessen.
Fragt man Martin heute, so will er unbedingt reich und berühmt werden. Was er mit all dem
schwer verdienten Geld denn machen will?
Er will ja nur ganz viel Gutes tun - undzwar sich selbst.